Angela Jordison triumphiert erneut – ein Zeichen für Frauenpower im Poker

Angela Jordison hat einmal mehr bewiesen, dass sie eine der stärksten Spielerinnen der Szene ist. Beim Mid-States Poker Tour (MSPT) Grand Falls Main Event sicherte sie sich nach einem beeindruckenden Lauf ihren zweiten MSPT-Titel. Besonders bemerkenswert: Sie startete als Short Stack in den Finaltag, kämpfte sich durch das hochkarätige Feld und krönte sich schließlich zur Siegerin. Doch während Jordison mit ihren Erfolgen glänzt, bleibt eine Frage im Raum: Wo sind die anderen Frauen im professionellen Poker?

Starker Kampf, starker Sieg

Der Weg zum Titel war für Angela Jordison alles andere als einfach. Mit nur wenigen Big Blinds im Stack begann sie den Finaltag, doch sie bewies einmal mehr ihre Nervenstärke. Geduld, Timing und eine exzellente Strategie führten dazu, dass sie sich Schritt für Schritt zurück ins Turnier kämpfte. Ihre Gegner waren keineswegs leichte Beute – im Gegenteil: Das Teilnehmerfeld war gespickt mit erfahrenen Profis und ambitionierten Newcomern.

Am Ende stand sie im Heads-up gegen Bob Schlee, der ebenfalls eine starke Performance ablieferte. Doch Jordison ließ sich nicht beirren, behielt die Kontrolle über das Spiel und sicherte sich den Sieg. Mit diesem Triumph nimmt sie nicht nur einen weiteren MSPT-Titel mit nach Hause, sondern auch ein Preisgeld von $97.768.

Angela Jordison: Eine Ausnahmeerscheinung?

Jordisons Erfolgsgeschichte ist inspirierend, aber auch ernüchternd. Denn trotz ihres Sieges und ihrer beeindruckenden Karriere – beispielsweise 912. Platz auf der United States all Money List – bleibt Poker nach wie vor eine Männerdomäne. Frauen sind bei großen Live-Events selten, und noch seltener sieht man sie an Finaltischen. Aber warum ist das so?

Obwohl Poker ein Spiel ist, das nicht von körperlicher Überlegenheit abhängt, bleibt die Szene weitgehend männlich geprägt. Viele Frauen schrecken vor dem oft aggressiven und von Machogehabe geprägten Umfeld zurück. Zudem fehlen weibliche Vorbilder in der medialen Darstellung des Spiels. Während sich Namen wie Phil Ivey, Daniel Negreanu oder Fedor Holz ins kollektive Poker-Gedächtnis eingebrannt haben, sind Spielerinnen wie Vanessa Selbst, Liv Boeree oder Kristen Bicknell deutlich weniger präsent – obwohl sie ähnliche Erfolge vorzuweisen haben.

Wird sich das ändern?

Es gibt durchaus Anzeichen für einen Wandel. Mehr Frauen engagieren sich in der Pokerszene, es gibt spezielle Initiativen und Ladies-Events, die den Einstieg erleichtern sollen. Dennoch bleibt die Anzahl der weiblichen Profis überschaubar. Der Fall Angela Jordison zeigt jedoch: Frauen können nicht nur mithalten, sondern dominieren. Die Frage ist nur, wann sich mehr Spielerinnen trauen, diesen Weg zu gehen und die Szene aufzumischen.

Vielleicht braucht es einfach mehr Erfolgsgeschichten wie die von Angela Jordison, um eine neue Generation an weiblichen Pokerstars zu inspirieren. Bis dahin bleibt sie eine Einzelkämpferin, die eindrucksvoll zeigt, dass Poker kein Männersport sein muss.