Casinokrise in Österreich bahnt sich an

Bei unseren österreichischen Nachbarn liegt seit der Wahl im vergangenen Jahr einiges im Argen. Die Regierungsbildung entpuppte sich als lang andauerndes Problem, dessen Lösung immer schwieriger wurde. Dieser Umstand hat auch direkte Auswirkungen auf die Glücksspielindustrie Österreichs.

Nachdem Anfang März endlich eine Regierungskoalition gefunden wurde, geht es nun ans Eingemachte. Das große Zittern setzte nämlich aufgrund der publik gewordenen Pläne der neuen Regierung schon wenige Wochen später bei Casinos Austria sowie jedem kleinen Spielbetrieb in der Alpenrepublik ein.

Die neue Regierungskoalition in Österreich plant Einsparungen und Steuererhöhungen

Ganz oben auf der Agenda des neuen Kabinetts um den zukünftigen Kanzler und ÖVP-Chef Christian Stocker steht die Haushaltskonsolidierung. Dies soll auf zwei Wegen erreicht werden, auf der einen Seite durch Steuererhöhungen und auf der anderen durch Einsparungen. Die österreichische Glücksspielbranche erreichten aufgrund ersterem bereits absolute Horrornachrichten.

Schon ab dem 01. April 2025 stehen der Branche satte Steuererhöhungen in Form eines Anstiegs der Wettgebühr von momentan 2 % auf 5 % ins Haus. Die Regierung verspricht sich durch diese Maßnahme allein für den Rest des Jahres 2025 Mehreinnahmen in Höhe von 50 Millionen Euro. Aber es kommt noch dicker für die Anbieter, denn auch die Glücksspielabgabe soll um 10 % erhöht werden.

Die Zahlen des Grauens – Das blüht den Casinos Austria und Co.

Österreichs neue Regierung plant fest mit den durch diese Erhöhungen anfallenden Steuermehreinnahmen. So soll 2026 129 Mio. Euro, 2027 150 Mio. Euro und 2028/29 200 Mio. Euro mehr eingenommen werden. Angesichts derart dramatischer Erhöhungen zeigt sich der Generaldirektor der Casinos Austria, Erwin van Lambaart, geradezu entsetzt. So gab er gegenüber Pressevertretern an, dass „unsere Unternehmensgruppe dadurch stark attackiert wird, wenn dies wirklich alles so umgesetzt wird“.

Momentan ist die Casinos Austria mit zwölf Spielbanken in Österreich präsent. Aufgrund dieser dramatischen Steuererhöhungen würde man 30-40 % seiner Standorte schließen müssen. Die fünf Schließungskandidaten wurden auch bereits auserkoren. Bei ihnen handelt es sich um die Spielbanken in Zell am See, Kitzbühel, Seefeld, Kleinwalsertal und Velden.

Aber mehr noch Erwin van Lambaart ist sich sicher, wenn „eine Erhöhung der Glücksspielsteuer von mehr als zehn Prozent tatsächlich komme, dann wird es einige kleinere Betriebe nicht mehr geben.

Warum Casinos Austria besonders betroffen ist

Gemäß den österreichischen Glücksspielgesetzen hat ausschließlich der Bund das Recht zur Durchführung von Glücksspielen. Dieses Monopol steht für die Bundesregierung auch im Einklang mit den geltenden Gesetzen der Europäischen Union. Zur Veranstaltung von Glücksspielen sowohl stationär als auch Online ist daher ausschließlich die staatliche Casinos Austria berechtigt.

Das Monopol im Bereich des Online Glücksspiels könnte allerdings schon bald derart unter Druck geraten, dass es tatsächlich fallen könnte. Federführend hierbei ist der österreichische Online Glücksspielkonzern Entain Plc., der auf eine Reform der Gesetze und Öffnung des österreichischen Marktes drängt.