Finnland öffnet als nächstes europäisches Land Ende 2025 seinen Glücksspielmarkt

Die Glücksspielregelungen in mehreren europäischen Ländern wurden in den vergangenen Jahren umfassend reformiert. Die Marschrichtung war dabei immer gleich, das Glücksspiel wurde legalisiert und die Länder öffneten ihre Märkte für private Glücksspielanbieter.

Dabei wurden nicht selten neue Aufsichtsbehörden gegründet, die für die Regulierung sowie nationale Lizenzerteilung zuständig sind. Prominentestes Beispiel hierfür ist Deutschland und während man etwa in Österreich noch über eine Öffnung diskutiert, werden im hohen Norden Europas bereits Nägel mit Köpfen gemacht. 

Finnisches Innenministerium gibt Details zur Neuregelung des Glücksspiels bekannt

 Finnland ist für seine Effizienz bekannt und wie effizient sogar höchste Regierungsbehörden in dem nordeuropäischen Land arbeiten, kann man am Gesetz zur Neuregelung des Glücksspiels beobachten. Die Details wurden zum Jahresanfang 2025 bekannt gegeben und in Kraft treten sollen die neuen Regelungen bereits zum 01. Januar 2026. Der vom zuständigen Innenministerium veröffentliche Gesetzentwurf sieht umfassende Änderungen vor. So soll das momentan geltende Monopol der staatlichen Veikkaus Oy zum Jahresende 2025 definitiv fallen. 

Diese bisherige Regelung galt in gleichem Maße in Deutschland bis 2021. In Finnland wird also ebenfalls eine Öffnung sowie Liberalisierung des Marktes angestrebt. Sollte das Gesetz in der Frühjahrssaison vom Parlament angenommen werden, dann ist die Einführung eines nach deutschem Vorbild organisierten Lizenzierungssystem vorgesehen.

Geplant ist zudem, dass hierfür eine eigene finnische Glücksspiellizenzierungs- sowie Überwachungsbehörde geschaffen wird. Das sich noch in der Planung befindende Gesetz sieht darüber hinaus vor, dass die Lizenzinhaber Steuern abführen sowie gewisse verpflichtende Spielerschutzmaßnahmen installieren müssen.

Reformen unumgänglich – Finnische Regierung arbeitet mit Hochdruck am neuen Glücksspielgesetz

 Die staatliche Veikkaus Oy wird ebenfalls eine Lizenz erhalten, muss sich nach dem Wegfall des Monopols allerdings der privaten Konkurrenz stellen. Stein des Anstoßes der Reform ist der weit überdurchschnittlich hohe Anteil an finnischen Spielern, die illegale Online Glücksspielangebote nutzen. Schätzungen von Experten lauten, dass dieser bei rund 50 % liegen soll. Demnach liegt das Ziel der Reform auf der Hand, genau wie im Falle anderer europäischer Länder soll der Schwarzmarkt bekämpft und sollen die Spieler in einen legalen sowie regulierten Bereich geführt werden.

Die finnische Regierung sieht derweil die Reform als längst überfällig an. Mit der bisherigen Regelung sei es nicht gelungen, das Problem der Bekämpfung von problematischen Spielverhalten in den Griff zu bekommen. Aus diesem Grund wird dem Spielerschutz in dem neuen Gesetz eine Schlüsselrolle zukommen. So ist geplant, dass genau wie in Deutschland ein zentrales System zum Selbstausschluss geschaffen wird. Auch die Implementation eines maximalen Einsatzlimits, wie wir es aus Deutschland kennen, ist vorgesehen.